Palmstock

Als Palmsonntag wird der sechste und letzte Sonntag der Fastenzeit bezeichnet. An diesem Sonntag vor Ostern gedenkt die Christenheit dem vom Volk bejubelten Einzug Jesu in Jerusalem. Sein Weg vor über 2000 Jahren wurde mit Palmwedeln bestreut, welche als heilige Bäume das Sinnbild des Lebens und des Sieges verkörperten. Heutzutage werden für die Palmenweihe in unseren Breiten Palmstöcke verwendet.

An der Spitze eines aus Weidenkätzchen geschnitzten, etwa 50 cm langen Stockes wird ein immergrüner Buchsbaumbüschel als Zeichen für ewiges Leben befestigt. Geschmückt wird das Ganze mit farbigen Bändern, welche Osterfreude (weiß, orange, gelb) oder auch Trauer (lila und schwarz) symbolisieren. Mancherorten zieren auch Krüsel dem Palmstock, spiralförmig gekräuselte Späne, welche direkt vom Stock geschnitzt wurden. Oftmals referenzieren sie das Alter des Kindes, welchem er gehört. Äpfel, Orangen oder auch ein aus Weißbrot geformter Vogel zieren das heilige Relikt ebenfalls. In einigen Gegenden werden die Palmvögel saisonal von den örtlichen Bäckern bereitet. Nach der Prozession zur Kirche und der christlichen Weihe überbringen die Kinder, meist vom Lauflernalter bis zu 8 Jahren, den gesegneten Palmstock ihren Taufpaten, denen damit im kommenden Jahr Schutz vor Unglück und Gewitter beschieden sein soll. Die Paten ihrerseits bedanken sich mit kleinen Geschenken, die aus Süßigkeiten und kleinen Geldbeträgen bestehen. Einst wurden die Palmstöcke bei schweren Gewittern verbrannt oder zusammen mit Ostereierschalen und den Kohlen der Osterfeuer am Feldesrand eingesteckt, um sie fruchtbar und damit ertragreich zu machen. Damals wie heute werden Gläubigen zu Beginn der Fastenzeit mit der Asche der verbrannten Palmstöcke aus dem Vorjahr Kreuze auf die Stirn gezeichnet.

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