Osterschießen

Laut geht es beim Osterschießen zu. Der Brauch, der in der Nacht von Karsamstag zu Ostersonntag für viele schlaflose Stunden sorgt, wird in der östlichen Oberlausitz und in Südösterreich seit Jahrhunderten gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben. Seit frühesten Zeiten dient das Osterschießen dazu, mit allerlei Krawall und lautem Getöse den Winter endgültig zu vertreiben und um die glückliche Nachricht über die Auferstehung Jesu zu verkünden.

Selbst wenn es heute nicht mehr so weit verbreitet ist und der religiöse Hintergrund inzwischen meist keine gewichtige Rolle mehr für das Osterschießen spielt, lassen es sich die Jugendlichen nicht nehmen, den Brauch lebendig zu halten und ihn hingebungsvoll zu zelebrieren. Als Geschosse dienen althergebrachte Milchkannen aus Blech, mit einem kleinen Loch am Boden besonders präpariert. Für das „Schießpulver" wird ein faustgroßes Stück Kalziumkarbid in die Kanne gegeben und mit ein wenig Wasser gemischt. Die Milchkanne wird mit einem Deckel aus Gummi, Holz oder auch Metall verschlossen und dann ist ein wenig Warten angesagt. Im Inneren der Kanne entsteht inzwischen bei der Reaktion der beiden Stoffe das brennbare und explosive Gas Acetylen. Nach einiger Zeit ist der Böller abschussbereit und wird mit einer brennenden Fackel gezündet. Mit lautem Krachen fliegt der Deckel selbst Weiten in zweistelligem Meterbereich und kündet von einem erfolgreichen Schuss. Unfug wird dabei nicht betrieben, denn die Jugendlichen sind sich schon bewusst, dass ihr Tun nicht ungefährlich ist. Mit Gehörschutz und dem notwendigen Respekt achten sie darauf, weder anderen noch sich selbst Schaden anzutun. Für ein paar Stunden Schlaf für die Dorfbewohner ist dann doch gesorgt, denn in den meisten Ortschaften wurden mittlerweile Schießzeiten festgelegt.

Diese Website benutzt Cookies ! Wenn Du die Website weiter nutzt, stimmst Du der Verwendung von Cookies zu. WEITERE INFORMATION.