Ostern – das Fest der Bräuche

Geht es um Brauchtumspflege, nimmt Ostern mit allerlei überlieferten Traditionen einen gewichtigen Platz ein.

Die meisten entspringen religiösen Wurzeln und einige leben, wenngleich durchaus in abgewandelter Form, in vielen Regionen und über Generationen hindurch weiter.

Deutschlandweit bekannt und bei den Kindern beliebt dürfte beispielsweise der Osterhase sein, der laut Überlieferung Eier in den schönsten Farben bemalt und diese dann pünktlich am Ostersonntagmorgen im Garten versteckt. Die Erklärung, warum gerade ein Hase die Eier bringt, liegt offenbar in der Fortpflanzungsfreude dieser Tiere, was von neu entstehendem Leben zeugt, wie Ostern aufgrund der Wiedergeburt Jesu ebenfalls.

Das Ostereierbemalen indes hat einen weit größeren religiösen Anstrich, als manch einer glauben mag. Die Eier, bei den Germanen in sich selbst Symbol von Fruchtbarkeit und neuen Daseins, wurden in christlichen Familien früher angemalt, um sie aufgrund des Fleischverbotes während der Fastenzeit haltbar zu machen und am Ostersonntag weihen zu lassen. Die Farbe Rot referenzierte dabei das Grab Jesu, das Ei-Innere hingegen seine Auferstehung.

Mit Osterfeuern in der Osternacht, an denen Osterkerzen entzündet werden sowie der Ostermesse am Sonntagmorgen verbinden sich derweil gleich vier aus Urzeiten übernommene Sitten der christlichen Gemeinschaft. Eine jede zelebriert den Neubeginn, das Wiedererscheinen Jesu.

Osterlachen hingegen ist fast vollständig in Vergessenheit geraten. Hierbei versuchte der Geistliche, seine Gottesdienstgemeinde durch Anekdoten oder Gesten zum Lachen zu bringen, um der Freude Gottes Ausdruck zu verleihen, dass der Tod mit der Auferstehung Christi besiegt wurde. Mittlerweile gibt es allerdings erste Versuche, diesen Brauch wieder aufleben zu lassen.

Andere Traditionen sind nur regional ausgeprägt, wie etwa Öschprozessionen, auch Bittprozessionen genannt, bei denen während Flurumgängen um eine reiche Ernte gebetet wird  oder auch das Ratschen, mit dem die Gläubigen an den Tagen, an denen keine Glocken läuten, an die Gottesdienstzeiten erinnert werden.

Genannt wurden hier längst nicht alle Osterbräuche ...

Ratschen

In der Karwoche wird in katholischen Regionen das Brauchtum des Ratschens gepflegt, für welches bereits aus dem Jahre 1482 frühe Belege existieren. Nach dem Gloria am Gründonnerstag verstummen die Kirchenglocken. Es erscheint unangebracht, dass während der Totenruhe Jesu das meist festlich klingende Geläut zu hören ist.

Ostermesse

Unter Ostermesse versteht die größte Kirche des Christentums, die römisch-katholische Kirche, den Hauptgottesdienst am Ostersonntag, dem wichtigsten Fest eines Kirchenjahres. Dabei wird die eigentliche Osterfeier in der Osternacht, jene von Karsamstag auf Ostersonntag, zelebriert. Die Ostermesse wird als Hochamt abgehalten, wie die Heilige Messe an Sonn- und Feiertagen bezeichnet wird.

Osterwasser

Bereits der wohlklingende Name Osterwasser verrät, dass es sich bei diesem um etwas ganz Besonderes handeln muss. Dem ist tatsächlich so, handelt es sich doch dabei um das in der Osternacht bei der Tauffeier geweihte, im Taufbecken befindliche Wasser, mit dem die Täuflinge beträufelt werden, wenn sie in die Glaubensgemeinschaft aufgenommen werden oder ihr Taufgeständnis geben.

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